Das Wort des Önologen - Der Cornalin Réserve

par der Önologen Aktualität

Das Wort des Önologen - Der Cornalin Réserve

Im Anschluss an eine sorgfältige Auswahl während der Weinlese und auch bei Ankunft der Trauben werden diese einer kalten Maischestandzeit unterzogen. Dadurch werden die f¨ür den Cornalin so typischen Fruchtaromen von Rot- und Sauerkirsche sowie das intensive Violett besonders gut entzogen. Es folgt eine erste Gärung unter Temperaturkontrolle mit sanfter Einmaischung, um die elegantesten Tannine zu entziehen. Im Anschluss an diese beiden Schritte wird der Trester gepresst und der gewonnene Saft in französische Eichenholzbarrique von je 228 und 400 Litern umgefüllt, wo er seine zweite Gärung durchläuft. Dort verbleibt er 12 Monate lang. Während dieser Zeit und unter dem wachen Blick der Kellermeister verfeinern sich die Tannine und die Aromen reifen heran.

 

Cornalin Reserve 2013

Schon beim Blick ins Glas wird man von seinem purpurnen, kräftigen, dichten Violett mit topasfarbenen Reflexen verzaubert. Das Bukett weckt sofort alle Sinne : zunächst verströmt es Noten von Waldbeeren, die allmählich an Schwarzkirschen und Nelken erinnern. Dann machen sich verhaltene Holztöne bemerkbar. Im Mund schliesslich besticht die knackige, fruchtige, samtige Eleganz. Das Ganze wird gestützt durch feinste Tannine und f¨ührt zu einem langanhaltenden frischen Abgang mit Nuancen von Kirschwasser und Wacholder.

 

Über den Cornalin von Dr José Vouillamoz

Diese alte Rebsorte aus dem Wallis (Schweiz), die ursprünglich Landroter (Rouge du Pays) genannt wurde, ist mit dem Namen Cornalin 1972 neu benannt worden, der eigentlich der Name einer Rebsorte aus dem Aostatal ist. Diese Anleihe war eine Art Vorahnung, da der DNA-Test gezeigt hat, dass es sich um eine natürliche Kreuzung zweier aus dem Aostatal stammenden Rebsorten handelt, nämlich Petit Rouge und Mayolet. Seinen Ursprung findet er im Aostatal und wurde wahrscheinlich vor langer Zeit ins Wallis über den Grossen Sankt-Bernhard eingeführt, während er aus seiner Ursprungsregion verschwunden ist. Er stand am Rande des Aussterbens, als ihn ein paar begeisterte Anhänger 1970 gerettet haben, so dass er heute der emblematische Rotwein des Wallis geworden ist und auch nur dort angebaut wird. Sein Gedeihen erweist sich als ein schwieriges Unterfangen und die Erträge sind variabel, aber er ergibt farbintensive, fruchtige und saftige Weine mit seidigen Tanninen und einer angenehm bitteren Note.

Andere Namen: Landroter (Rouge du pays)