Das Wort des Önologen - MITIS: lateinisches Adjektiv für reif und süss

par l'Oenologue Aktualität

Das Wort des Önologen - MITIS: lateinisches Adjektiv für reif und süss

Am vergangenen 17. Januar haben wir den 25. Jahrgang unseres Amigne Grain Noble ConfidenCiel, den MITIS 2016, geerntet. Das ist schon Geschichte und welch’ eine schöne noch dazu!

Sie hat im Pioniergeist von Jean-René Germanier gekeimt, als er sich vorstellte, dass die Amigne de Vétroz das Potential für einen grossen Dessertwein hatte.

1991 wird die erste Pressung einer angetrockneten Amigne vorgenommen, anschliessend vergärt und 12 Monate in neuen Bordeaux-Barriques ausgebaut.

Nicht sehr überzeugt von dem Ergebnis, beschliesst er 1992, gefrorene Trauben zu pressen, um die durch den Frost gezwickten Beeren herauszulesen. Diese Technik erweist sich als die bessere und bringt einen erheblich komplexeren und ausgewogeneren Wein hervor.

1997 schliesslich, davon überzeugt, dass der Wein als Ausdruck des Terroir nur besser werden könne, beschliessen wir die Einführung der Carte Grain Noble ConfidenCiel. Ab diesem Zeitpunkt findet die Weinlese im Dezember bzw. im Januar statt, wenn die Amigne etwa 150 Öchslegrade erreicht. Nach einer Einmaischung von einer Nacht werden die ganz belassenen Trauben gepresst, um die unglaublichen Aromen zu gewinnen, die sich in den durch die Edelfäulnis und den darauf folgenden Frost gebräunten Schalen gebildet haben. Der Most wird anschliessend in neue Eichfässer umgefüllt und unter Aufrühren des Hefesatzes während 24 Monaten ausgebaut.

Nach der Probe der ältesten Jahrgänge kann ich Ihnen versichern: dieser Wein ist unsterblich. Er ist Ausdruck einer seltenen Walliser Rebsorte in vollendeter Harmonie mit ihrem bevorzugten Terroir von Vétroz, mit dessen trockenem Klima und so speziellem schieferreichen Boden.

Richard Riand, Önologe

 

 

Über den MITIS 2014

Ein Jahrgang, der Kraft und Ausgewogenheit wiederspiegelt.
Er bezaubert vorweg mit seinem intensiven, heugelben Glanz. Das komplexe Bukett verströmt Aromen von Orangenmarmelade und gegrilltem Ananas. Am Gaumen ist er geschmeidig und gut strukturiert mit einer lebhaften Fruchtigkeit durchzogen von diskreten Röstaromen.
Im langen Abgang erkennt man die typische Finesse und Frische neben Akzenten von sonnengereiften Quitten.

 

 

Über den Amigne von Dr José Vouillamoz

Amigne ist eine autochthone Rebsorte aus dem Kanton Wallis (Schweiz), die im 17. Jahrhundert zwischen Siders und Sitten erstmals erwähnt wurde und inzwischen vor allem in der Gemeinde Vétroz angebaut wird (rund 70 % der weltweiten Produktion). Amigne hat Savagnin Blanc (im Wallis Heida oder Païen genannt) und Gouais Blanc als mögliche Großeltern, ist jedoch „elternlos“. Für die mutmaßliche römische Herkunft der Traube gibt es kaum ernstzunehmende Belege.

Weiß, Einheimisch, 42 Ha (0.3% der Schweizer Weinberge)